Archive for September, 2009

Der Berater, dein Freund und Helfer?

Mehr als 15 % der Frauen suchen ihren Finanzberater nach dem Flirtfaktor aus. Das ergibt zumindest eine Umfrage in Deutschland. Ist das nicht erschreckend? Mehr als 15 % der Frauen vertrauen nicht auf die Qualität der Anlageprodukte sondern treffen ihre Entscheidungen hormongesteuert. Doch auch bei uns Männern ist es nicht viel anders. Wenn man sich an die erste Lebensversicherung erinnert die man in seinem Leben abgeschlossen hat so war der Berater oft ein Bekannter oder Freund. Bei manchen war es vielleicht ein Freund der Eltern oder der Familie, dem man sich anvertraut hat.

Wovon sollte man seine Entscheidung denn abhängig machen?

Ich selbst bin der Ansicht man sollte keinem Berater vertrauen. Ein Berater lebt davon die Produkte seines Arbeitgebers zu verkaufen. Die meisten sind von der Provision abhängig. Genauso ist es mit dem “unabhängigen Finanzberater”. Er ist genauso von seinen Monatsschecks abhängig wie der Aussendienstmitarbeiter einer Versicherung oder der Bankberater. Oft haben die Verkäufer auch überhaupt keine Ahnung was sie da verkaufen. Bestes Beispiel ist für mich die Krise rund um den AWD. Ich glaube nicht das die Berater wirklich richtig über die Risiken der Immofinanzaktie aufgeklärt wurden. Ständig wurde den Kunden die Sicherheit erklärt, mündelsicher sollen die Papiere gewesen sein. Doch dann kam der Crash und mit ihm die Probleme.

Viel zu oft ist es einfach die Unwissenheit der Berater. Denn wenn sie wirklich wüssten was sie tun, würde kaum noch einer den Mut haben einen Kunden anzurufen. Die Institute machen immer Gewinne auf Kosten der Kunden. Ich kann mich noch an einen Quartalsbericht von Merill Lynch vor ein paar Jahren erinnern. Im 1. Quartal des Jahres hat das Unternehmen einen Gewinn von 36 % erwirtschaftet. Alle Fonds, in denen Kundengelder veranlagt waren hatten einen Verlust. Wie kann so etwas sein?

Man sollte sich vielmehr selbst mit der Materie auseinandersetzten und die Finanzmärkte kennenlernen. Wie das geht?
In Zeiten des Internets kann man alles von daheim aus lernen. Suchmaschinen wie Google erleichtern uns die Arbeit dabei. Weiters kann man ein gutes Buch lesen und so einmal ein Grundverständnis für das Thema Geld erwerben um sich dann in die Fachliteratur einlesen. Ausserdem gibt es genügend Möglichkeiten mit Spielkapital seine gelernten Theorien in der Praxis zu testen. Wir leben im 21. Jahrhundert im Informationszeitalter. Es gibt keine Ausrede mehr die Dinge nicht zu wissen.

Hand aufs Herz, 95 % der Menschen in Mittel- und Westeuropa haben keine Ahnung von Geld. Woher denn auch? Von klein auf werden uns falsche Dinge erzählt und wir werden buchstäblich belogen und betrogen.

Geldlinks

Hallo, ich hab mir gerade überlegt eine neue Rubrik zu machen. Fast jeder Blogger hat ja eine Linkkategorie. Deshalb werde ich jetzt auch eine machen. Natürlich zu dem Thema Geld. Hier werde ich einfach alles an Links veröffentlichen was mir so unterkommt:

30 Millionen von Google (flensburg-online.de)
Bitte redet über Geld (julia-seeliger.de)
Wo ist unser Geld (scoop.at)
Geld drucken und klauen (staatsreport.blogspot.com)

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Die Institute

Warscheinlich fühlen sich jetzt viele Berater persönlich angegriffen, nach meinem letzten Beitrag. Falls es der Fall ist, handelt es sich warscheinlich um genau so einen Berater wie ich beschrieben habe, denn wenn man selbst nicht so arbeitet, braucht man sich ja keine Gedanken machen. Das klingt jetzt ziemlich hart aber es ist die Wahrheit.

Wie sieht es allerdings mit den Arbeitgebern der Berater aus? Meine speziellen Freunde: Banken und eben auch Versicherungen. Wie bereits in der Szene auf der Regionalbank vorgeführt, sind diese Unternehmen gewinnorientiert. Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn da nicht die Skrupellosigkeit wäre. Diese Institute arbeiten nach dem OPM-Prinzip (Other People’s Money). Mit dem Geld anderer Leute erwirtschaften diese Unternehmen hunderte Millionen von Euros im Jahr.

Banken arbeiten auf 2 Seiten: Krediten und Kundengelder. Die meisten Menschen glauben, dass Banken Geld verleihen. Das stimmt nicht. Banken vergeben Kredite, was nicht dem verleihen von Geld gleichkommt. Wie bereits im Beispiel mit dem Überziehungsrahmen vorgeführt, benötigen Banken 8 % der gewährten Kreditsumme und müssen diese bei der Notenbank, in unserem Falle der EZB hinterlegen. Genau genommen ist diese Regel allerdings veraltet. Dies war bis zur Einführung von Basel II notwendig. Seither ist es vom Rating abhängig und kann sich zwischen 1,6 und 12 Prozent bewegen.

Hierzu ein Beispiel aus der Praxis: Nehmen wir an jemand möchte ein Haus finanzieren. Zum leichteren Rechnen nehmen wir einen Investitionsbetrag von 100 tausend Euro. Damit diese Person einen Kredit von der Bank haben kann, muß neben dem passenden Einkommen auch ein Eigenkapital von zumindest 20 % vorhanden sein. Nehmen wir an dieser Kreditnehmer hat eine ausgezeichnete Bonität und auch das nötige Eigenkapital. Die Bank bestimmt das Rating mit ausgezeichnet und muß nun für die 80.000 Euro die sie verleiht, eine Sicherheit von 1.280 Euro hinterlegen. Weiters nehmen wir an dass die Bank einen Zinssatz von nur 5 % p.a. verlangt, so würde der Kunde im Jahr etwa 4.000 Euro bezahlen. Nach dem 1. Jahr hätte die Bank bereits einen Gewinn von 2.720 Euro abzüglich dem eingesetzte Kapital bzw. 212,5 %.

Kommen wir nun zur Verwaltung von Kundengeldern. Wieviel Kredit kann die Bank besichern, wenn durchschnittlich 8 % an Sicherheit gegeben werden muß? Daher ist klar was Banken mit Kundengeldern gerne machen: sie vergeben Kredite. Der Rest wird dann in den sogenannten Primärmarkt investiert sprich in Unternehmensaktien und Anleihen.

Ein kurzer Ausflug zur aktuellen Wirtschaftskrise: In den letzten Jahren sind die Banken recht gierig geworden. Bei einem Einsatz von nur 8 % bereits nach dem ersten Jahr 100 % Gewinn und mehr klingt ja auch ziemlich verlockend. Jedenfalls haben die Banken sehr gerne Kredite vergeben. Bei der Bonitätsprüfung wurde dann auch oft einmal ein Auge zugedrückt und sogenannte “Sub Prime Kredite” sprich Kredite an Schuldner mit schlechter Zahlungsmoral vergeben. Nachdem diese ihre Kredite nicht zahlen konnten, ist das ganze Kartenhaus zusammengefallen.

Nun zu den Versicherungen. Diese arbeiten rein nur mit Angstmache vor dem Unvorhersebaren. Warren Buffet, der reichste Mann der Welt hat schon vor Jahren gesagt, welch tolles Geschäft Versicherungen sind. “Kunden bezahlen Prämien für Versicherungen die nie für einen Schaden aufkommen werden”. Nicht schlecht, oder? Dh Versicherungen kassieren Prämien und zahlen teilweise nie etwas aus. Diese Gelder können natürlich sehr gut veranlagt werden, zB in Immobilien. Wenn man sich heute den Grundbuchsauszug einer Großstadt hernimmt und durch die Innenstadt maschiert, stellt man schnell fest wie gut Versicherungen arbeiten. Die größten Häuser in den besten Lagen gehörten meistens einer Versicherungsgesellschaft. In unseren Breitengraden ist es auch üblich das Versicherungen sich gegenseitig versichern um so das Risiko noch niedriger zu halten. Also das Risiko für das Institut.

Haben sie noch die Ablaufleistung die ihnen beim Abschluß ihrer Lebensversicherung genannt wurde im Kopf? Viel Glück, sie werden sie nie erhalten. Keine Lebensversicherung hat die Ablaufleistung bisher eingehalten und das obwohl es doch so sicher sein soll …

Ich nehme an diese Dinge hat ihnen ihr Berater auch noch nicht verraten.

Links:

Banken, Versicherungen und mehr

Jeder der mich kennt, kennt auch meine Meinung über Institutionen und Berater. Das hat auch seinen Grund. Seit mehr als 12 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Finanzmärkten. Ich war in meiner Vergangenheit für mehrere internationale Finanzkonzerne tätig und konnte daher viele Dinge kennenlernen, die oft einen massiven Schaden für den Klienten bedeuten können.

Daher kann ich nur wirklich jedem dazu raten die Finanzwelt selbst kennen zu lernen und sein eigener Berater zu werden. Viele Menschen träumen, von den Erträgen ihres Kapitals leben zu können. Dh sie wollen ihr Geld für sich arbeiten lassen. Wenn das auch für sie zutrifft, ist es an der Zeit sich intensiv mit den Geld- und Finanzmärkten auseinander zu setzen und es zu lernen. Denn so wie sie auch für ihren Beruf lernen mußten, müssen sie auch lernen wie Geld für sie Geld erweirschaften kann.

Von Beratern halte ich nichts. Gerade habe ich eine Statistik gelesen aus der hervorgeht, dass 70 % aller Finanzberater nebenberuflich tätig sind. Wollen Sie ihr Geld und ihren Vermögensaufbau wirklich jemandem überlassen der es nebenbei macht?

Ich treffe ständig auf Berater die sich mir “verkaufen” wollen. Eine der ersten Fragen die ich immer stelle ist “Wieviel Vermögen haben Sie?” Die meisten Berater verstummen hier. Ganz ehrlich; wie soll mich jemand in Gelddingen beraten der selbst kein Vermögen hat? Wie soll er mich reich machen? Der alte Spruch “Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe” scheint auch hier nicht fremd zu sein. Doch wie heißt es so schön? “Beim Geld hört die Freundschaft auf.” Trotzdem lassen sich tausende Menschen von nebenberuflichen Bausparkassen- und Versicherungsvertretern beraten. Oft wundern sie sich wenn die Finanzierung der Traumimmobilie dann doch nicht so günstig ausfällt wie geplant oder die Ablaufleistung der Lebensversicherung doch nicht der Garantie entspricht sondern deutlich darunter liegt.
Dem Berater ist das in vielen Fällen oft vollkommen egal oder noch öfter überhaupt nicht bewußt. Wie denn auch? Wie soll ich denn in einem 2 tägigen Seminar die Finanzwelt kennenlernen? Wie soll ich einen Beruf in 2 Tagen erlernen? Das geht doch überhaupt nicht.

Doch auch die Institutionen die dahinter stehen können noch einiges dazulernen. Ein Bankgespräch dem ich vor kurzem beiwohnen durfte bestätigt mich dabei. Es ging um den Überziehungsrahmen am Girokonto. Die Höhe war schnell vereinbart, nun ging es um die Zinsen. 9,5 % p.a. war das Angebot der attraktiven Bankberaterin einer Regionalbank. Kurz einmal gerechnet. Der Euribor liegt bei 0,821 % (heutiges Datum) – damit liegt der Gewinn der Bank bei mehr als 1050 % p.a. Jetzt ist wohl jedem klar warum die Banken trotz Krise positive Zahlen schreiben. Doch woher kommt diese Summe?
Die Bank zahlt an die EZB einen Zinssatz von 0,821 % wenn sie sich das Geld dort ausborgt und gibt den gewünschten Betrag an den Kunden weiter.  Der Kunde bezahlt 9,5 % das sind also 1050 % mehr als die Bank selbst bezahlt.

9,5 * 100 / 0,821 = 1.057,21

Als Sicherheit hinterlegt die Bank 8 % der Summe bei der EZB. Ich nehme an, von dieser Seite hat ihnen ihr Berater die Finanzwelt bis dato noch nicht dargestellt, oder?
1050 % Gewinn im Jahr und das auch noch ziemlich garantiert, denn der Kunde um den es in diesem Beispiel geht hat keinen einzigen Kredit und ein sehr gutes Einkommen. Die Höhe des Rahmens entspricht etwa 70 % des Monatseinkommens.
Die Begründung der Bankberaterin: “Die Bank muß ja auch von was leben.” – ja, dem kann ich nur zustimmen. Die Bank muß von was leben und neues Vermögen auf Kosten der Konsumenten schaffen.

Vielleicht ist es ihnen nun klar warum kein Weg an der Ausbildung zum eigenen Finanzberater vorbeiführt. Wie das geht? Ich werde es ihnen mitteilen.

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