Mehr als 15 % der Frauen suchen ihren Finanzberater nach dem Flirtfaktor aus. Das ergibt zumindest eine Umfrage in Deutschland. Ist das nicht erschreckend? Mehr als 15 % der Frauen vertrauen nicht auf die Qualität der Anlageprodukte sondern treffen ihre Entscheidungen hormongesteuert. Doch auch bei uns Männern ist es nicht viel anders. Wenn man sich an die erste Lebensversicherung erinnert die man in seinem Leben abgeschlossen hat so war der Berater oft ein Bekannter oder Freund. Bei manchen war es vielleicht ein Freund der Eltern oder der Familie, dem man sich anvertraut hat.
Wovon sollte man seine Entscheidung denn abhängig machen?
Ich selbst bin der Ansicht man sollte keinem Berater vertrauen. Ein Berater lebt davon die Produkte seines Arbeitgebers zu verkaufen. Die meisten sind von der Provision abhängig. Genauso ist es mit dem “unabhängigen Finanzberater”. Er ist genauso von seinen Monatsschecks abhängig wie der Aussendienstmitarbeiter einer Versicherung oder der Bankberater. Oft haben die Verkäufer auch überhaupt keine Ahnung was sie da verkaufen. Bestes Beispiel ist für mich die Krise rund um den AWD. Ich glaube nicht das die Berater wirklich richtig über die Risiken der Immofinanzaktie aufgeklärt wurden. Ständig wurde den Kunden die Sicherheit erklärt, mündelsicher sollen die Papiere gewesen sein. Doch dann kam der Crash und mit ihm die Probleme.
Viel zu oft ist es einfach die Unwissenheit der Berater. Denn wenn sie wirklich wüssten was sie tun, würde kaum noch einer den Mut haben einen Kunden anzurufen. Die Institute machen immer Gewinne auf Kosten der Kunden. Ich kann mich noch an einen Quartalsbericht von Merill Lynch vor ein paar Jahren erinnern. Im 1. Quartal des Jahres hat das Unternehmen einen Gewinn von 36 % erwirtschaftet. Alle Fonds, in denen Kundengelder veranlagt waren hatten einen Verlust. Wie kann so etwas sein?
Man sollte sich vielmehr selbst mit der Materie auseinandersetzten und die Finanzmärkte kennenlernen. Wie das geht?
In Zeiten des Internets kann man alles von daheim aus lernen. Suchmaschinen wie Google erleichtern uns die Arbeit dabei. Weiters kann man ein gutes Buch lesen und so einmal ein Grundverständnis für das Thema Geld erwerben um sich dann in die Fachliteratur einlesen. Ausserdem gibt es genügend Möglichkeiten mit Spielkapital seine gelernten Theorien in der Praxis zu testen. Wir leben im 21. Jahrhundert im Informationszeitalter. Es gibt keine Ausrede mehr die Dinge nicht zu wissen.
Hand aufs Herz, 95 % der Menschen in Mittel- und Westeuropa haben keine Ahnung von Geld. Woher denn auch? Von klein auf werden uns falsche Dinge erzählt und wir werden buchstäblich belogen und betrogen.
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